Abstrakte Kunst

Astrakte Kunst und weitere Stilrichtungen meiner Arbeit

Keine Kunst entsteht in einem Vakuum – sie ist immer beeinflusst durch den Künstler, andere Werke, Einflüsse seiner Lebenszeit und vielen weiteren Faktoren. Auch ich wurde in meinem künstlerischen Arbeiten durch verschiedene Ansätze, Erfahrungen und mitgebrachten Fertigkeiten geprägt. Meine Kenntnisse und Ideen, meine Interessen und mein Lebensweg beeinflussen meine Werke auf immer wieder neue Weise. Ich möchte meine Erfahrungen aus der Naturwissenschaft, mein Wissen um physikalische Kräfte und meine künstlerische Wahrnehmung der Welt in meinen Arbeiten zusammenführen, neue Blickwinkel auf komplexe und doch grundlegende Aspekte unserer Umwelt darstellen.

Dabei bewege ich mich besonders in den Stilrichtungen abstrakte Kunst, Konstruktivismus und konkrete Kunst, Paperart, moderne Kunst und Objektkunst. Auch die Geodäsie und ihre Technologien und Methoden haben einen starken Einfluss auf meine Werke. Hier möchte ich die für mich wichtigsten Stilrichtungen und Einflüsse kurz vorstellen, um einen Einblick in meine Kunst zu eröffnen.

Abstrakte Kunst

Die abstrakte Kunst ist ein recht weites Feld innerhalb der modernen Kunst (Modernart) und hat sich seit ihren Anfängen immer weiterentwickelt, hat neue Varianten und Stilrichtungen ausgebildet, andere Kunstformen beeinflusst und inspiriert. In dieser Kunstrichtung geht es um die Abstraktion vom Gegenstand und ebenso um das völlige Loslösen vom Realen, um das freie Gestalten und Fokussieren von Farbe, Form und Ästhetik, um den direkten Ausdruck von Emotion und Intention. In meiner Arbeit „Cascadas“ kommt der Abstraktionsgedanke zum Tragen – die Darstellungen von Wasserfällen mithilfe von Papierstäben, ihre Bewegung und Rhythmik.

Konstruktivismus und Konkrete Kunst

Der Konstruktivismus ist als moderne Kunstrichtung strikt gegenstandslos. Die Elemente eines Werkes sollen keine Bedeutung oder Symbolik in sich tragen, sondern rein für sich selbst stehen – damit ist der Konstruktivismus streng genommen keine abstrakte Kunst, da keine Abstraktion von einem Gegenstand stattfindet. Geometrische Formen, klare Linien und definierte, strukturierte Farbfelder machen die Werke dieser Kunstrichtung aus.

Die konkrete Kunst basiert auf wissenschaftlichem Denken, Geometrie und der Wertschätzung von Farbe und Form. Auch hier sind geometrische Grundformen ein zentraler Bestandteil vieler Werke dieser Kunstrichtung, jedoch geht es hier eher um das Erforschen geometrischer Gesetzmäßigkeiten und des Zusammenspiels von Formen und Farben als solche. Damit geht die konkrete Kunst einen Schritt weiter als der Konstruktivismus, aus dem sie hervorgegangen ist.

In diese beiden Kunstrichtungen würde ich meine „Cañas“ Werke einordnen. Auch hier nutze ich Strohstäbe, umwickelt mit farbigem Japanpapier, als Grundmaterial für meine Arbeit. Diese werden ähnlich wie Mikado-Stäbe fallengelassen und anschließend in ihrer Position fixiert, die zufällig entstandenen Muster, Strudel und Wirbel festgehalten. Immer wieder lassen sich symmetrische Grundstrukturen erkennen, physikalische Gesetzmäßigkeiten, die in diesen Plastiken ihren Ausdruck finden und anschaulich werden.

Paperart

Paperart, Papercraft oder Papierkunst bezeichnet eine Zusammenfassung verschiedener Kunst- und Gestaltungsformen, welche Papiere unterschiedlicher Art als vorrangiges Arbeitsmaterial nutzen. Sowohl zwei- als auch dreidimensionale Werke können durch Falten, Kleben, Schneiden, Nähen und Übereinanderlegen umgesetzt werden. Auch das Handschöpfen von Papier fällt unter diese Kategorie.

Für die meisten meiner Arbeiten nutze ich unterschiedlichste Papiere als Gestaltungsmedium, insbesondere aber Japanpapier. Ich bringe gerne Papier von meinen Reisen mit und nutze diese Papiere speziell für Arbeiten mit einem Bezug zum jeweiligen Land. Auch habe ich bereits mit Papieren aus Pflanzenfasern, wie Zwiebelschalen oder Spargel, gearbeitet.

Geodäsie

Die Geodäsie ist eine Fachrichtung der Wissenschaft, die sich mit der Ausmessung und Abbildung der Erdoberfläche beschäftigt. Als ausgebildete Vermessungstechnikerin faszinieren mich die hier eingesetzten Technologien: die Möglichkeit, ganze Szenen und Objekte in nur wenigen Minuten mit Millionen von Punkten zu erfassen, oder durch Laserscans Veränderungen über einen Zeitraum hinweg zu visualisieren.

Diese Aspekte der Geodäsie knüpfen an meine Arbeit mit künstlersicher Formsprache an. Für eine Fachmesse zum Geodätentag in Essen habe ich mehrere Entwürfe gefertigt, welche eben diese wissenschaftlichen Technologien aufgreifen und als Raumgestaltung sichtbar machen. In Anlehnung an die Objektkunst und Land Art können die Besucher der Messe die Räume mit ihrer Kunst durchschreiten, die wissenschaftlichen Ansätze und Technologien dynamisch und körperlich erfahren.

Häufig gestellte Fragen

Die abstrakte Kunst erlaubt sowohl das Anlehnen an existente Szenen und Gegenstände aus der Realität, aber auch die Darstellung gänzlich gedachter Ideen und Gesetzmäßigkeiten, wie etwa physikalische Gesetze. Durch meinen Hintergrund als Vermessungstechnikerin und meine Interesse an den Naturwissenschaften fasziniert mich die abstrakte Kunst mit ihrer Möglichkeit, ebendiese Aspekte meines Lebenswegs zu visualisieren.

Papier ist sehr formbar, flexibel, leicht zu finden in verschiedenen Farben und Strukturen, und ebenso leicht zu färben und zu verändern. Papier ändert sich, je nachdem woraus es gemacht ist, und trägt Erinnerungen von den Orten, an denen es geschaffen wurde. Ich nutze in meinen Paperart-Arbeiten Papier von meinen Reisen mit Bezug zu dem Land meiner Reise.

Als ausgebildete Vermessungstechnikerin habe ich einen starken Bezug zu den Gesetzmäßigkeiten und Technologien der Geodäsie. Die Darstellung geodätischer Messungen in Punkten und Laserstrahlen erinnern mich an meine Arbeit und werden ebenso gezielt als Inspiration für meine Werke genutzt.