Begegnung mit Raum und Farbe - Encounter with space and color - Encuentro con el espacio y el color

Begegnung mit Raum und Farbe

Janina Lamberty begann ihren Weg mit der Geodäsie. So beeinflusst verwandelten sich geometrische Formenstränge und abstrakte Zeichen zu einem eigentümlichen Blick auf die Welt. Diese auch heute noch wichtigen Gestaltungselemente sind jedoch nicht alles, was sie bewegt. Hinzu tritt die frei schwingende Farbe, vor der sie sich nicht fürchtet.

Das Verhältnis von Linie und Farbe ist ein altes Thema der Malerei und mancher Freund der Kunstgeschichte versteht den Entwicklungsgang als Befreiung der Farbe aus den Zwängen von Linie und Form. Auch Janina Lamberty setzt sich damit auseinander. Ihre Formen schränken die Strahlkraft der Farben nicht ein. Grün ist für sie ein wichtiger Grundton, der sich zu rot aufhellt, oder in dunklen Klängen starke Kontraste schafft. Es entstehen Spannungen, die sich auch wieder lösen. Wichtig ist die Lenkung des Lichts, das den Raum der Bilder prägt. Dabei bleibt sie jedoch nicht stehen, sondern ihre Installationen gestalten den Raum, weisen über das hinaus, was die Alltagswelt wahrnimmt.

Innere Ruhe vermittelt sich so. Hier zeigt sich ein Mensch von selbstsicherer Kraft. Schließlich ist es kein Gegensatz mehr, was Farben- und Formensprache ausdrücken, Natur und Technik widersprechen sich nicht, sondern fügen sich in einen künstlerisch gestalteten Zusammenhang. Der Optimismus der Künstlerin überträgt sich auf den Betrachter.

Dr. Hans-Georg Fey